Psychosoziale Beratung
Trauerbegleitung in der Pränatalmedizin
Die Trauer nach einem Verlust in der Schwangerschaft ist eine der stillsten und zugleich tiefsten Formen des Abschieds. Ob nach einem frühen Abort, nach der Diagnose einer schweren Fehlbildung, nach einem Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation oder nach dem Tod des Kindes während oder kurz nach der Geburt – für die betroffenen Eltern ist der Verlust real, schmerzhaft und nicht selten unsichtbar für die Außenwelt.
Warum diese Trauer besonders ist
Werdende Eltern malen sich eine Zukunft aus, geben dem Kind vielleicht schon einen Namen, planen ein Leben. Wird diese Zukunft zerstört, geht nicht nur ein Kind verloren, sondern auch ein ganzer Lebensentwurf. Untersuchungen zeigen: Die Intensität der Trauer hängt nicht allein von der Schwangerschaftswoche ab. Ein Verlust in der 11. Woche kann für eine Mutter ebenso einschneidend sein wie ein Verlust in der 21. Woche.
Warum Trauerbegleitung wichtig ist
Trauer nach einem Verlust in der Schwangerschaft wird häufig übersehen – von der Gesellschaft, vom Umfeld, manchmal sogar von den Betroffenen selbst. Viele Eltern haben das Gefühl, ihr Verlust sei "nicht groß genug" und dürfe nicht allzu sehr betrauert werden. Ohne Begleitung bleibt Trauer aber oft stumm und unverarbeitet, was zu langanhaltenden psychischen Belastungen, Depressionen oder Partnerschaftskrisen führen kann. Trauerbegleitung gibt dem Verlust einen Raum, nimmt den Eltern das Gefühl der Schuld und Einsamkeit und hilft ihnen, den Schmerz in ihr Leben zu integrieren. Sie verhindert nicht die Trauer – aber sie verhindert, dass Eltern mit ihr allein bleiben.