Was ist das?
Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren, das während der gesamten Schwangerschaft routinemäßig eingesetzt wird. Es gehört zur nicht-invasiven Pränataldiagnostik, das heißt, es wird nicht in den Körper der Schwangeren eingegriffen.
Was kann die Untersuchung feststellen?
Ultraschall kann die Lage und Anzahl der Embryonen, die Vitalität, die Entwicklung und Längenmessung feststellen. In späteren Phasen können lebenswichtige Organe, die Wirbelsäule, die Extremitäten, die Größe, das Gewicht und die Lage der Plazenta beurteilt werden. Auch die Fruchtwassermenge und die Blutversorgung des Ungeborenen können kontrolliert werden. Bei speziellen Fragestellungen kommen auch Dopplersonographie oder 3D/4D-Ultraschall zum Einsatz
Was kann sie nicht feststellen?
Eine Ultraschalluntersuchung kann niemals eine 100-prozentige Garantie für die Gesundheit des Kindes geben. Kleinere Defekte wie ein Loch in der Herzscheidewand, eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, kleinere Defekte im Bereich der Wirbelsäule sowie Finger- und Zehenmissbildungen können übersehen werden
Wie sicher ist das Ergebnis?
Nach heutigem Wissensstand besteht kein erhöhtes Risiko für das Kind durch die verwendeten Schallwellen. Wird ein Normalbefund erhoben, sind schwere kindliche Fehlbildungen weitgehend, jedoch nicht mit vollständiger Sicherheit ausgeschlossen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Untersuchung ist schmerzfrei und nicht-invasiv. Der Schallkopf wird auf den Bauch der Schwangeren aufgesetzt. Je nach Schwangerschaftswoche werden verschiedene Strukturen dargestellt und vermessen.
Welche Risiken gibt es?
Ultraschalluntersuchungen sind für die Schwangere und das Ungeborene unschädlich. Direkte unerwünschte Wirkungen oder Risiken sind mit den verwendeten Schallwellen nach dem jetzigen Stand des Wissens nicht bekannt
Was kann ein auffälliges Ergebnis bedeuten?
Ein auffälliger Befund kann auf eine Fehlbildung, eine Erkrankung oder eine Chromosomenstörung hindeuten. Allerdings ist ein unauffälliger Ultraschall kein Beweis für die Gesundheit des Kindes. Bei Auffälligkeiten werden weiterführende Untersuchungen wie eine Feindiagnostik oder invasive Diagnostik empfohlen.
Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?
Ein auffälliger Ultraschallbefund (z. B. eine erhöhte Nackentransparenz, eine Fehlbildung oder ein sog. „Softmarker“) ist oft der Anlass für weiterführende Untersuchungen.
Erweiterte Ultraschalldiagnostik (Feindiagnostik):
Eine detaillierte Organ- und Fehlbildungsdiagnostik durch einen spezialisierten Untersucher (DEGUM II/III) im zweiten oder dritten Trimenon, um den Befund genauer einzuordnen.
Fetale Magnetresonanztomographie (MRT):
Ergänzend zum Ultraschall kann eine MRT des ungeborenen Kindes durchgeführt werden, um bestimmte Anomalien (insbesondere im Gehirn) genauer zu beurteilen und zusätzliche Informationen zu gewinnen.
Invasive Diagnostik (Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie):
Da viele Fehlbildungen mit Chromosomenstörungen einhergehen können, wird bei Auffälligkeiten im Ultraschall fast immer eine invasive Diagnostik empfohlen, um den Chromosomensatz des Kindes direkt zu untersuchen.
Fetale Echokardiographie:
Eine spezielle Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens, falls der Verdacht auf einen Herzfehler besteht